RESONANZ

PRESSE: 
Kritik Nachtkritik 17.Juli 2016
„Poesie des Stillstands“
von Sascha Westphal„
Eine simple, aber sinnfällige Transformation markiert den Scheitelpunkt von „F++++R Live“,
dem Performance-Konzert, das das Berliner Kollektiv :objective:spectacle: eigens für die FatzerTage konzipiert hat. Die Deserteure sind eine zweiköpfige Band. Irgendwann verlässt Paul Matzke, der Fatzer-Frontmann, einfach die Bühne. Männer wie er gehen ihre eigenen Wege. Aber das ist nur ein Aspekt der Situation. :objective:spectacle: greift in diesem Moment Fatzers Rundgang durch Mülheim auf und ersetzt ihn durch einen kleinen, spiegelverkehrt projizierten Videofilm. Statt der Stadt sehen wir ein Warenhaus, einen Discount-Tempel. Hier werden die heutigen Schlachten geschlagen. (...)
Wie Chiten arbeitet auch :objective:spectacle: mit Wiederholungen. Die Worte kehren genauso beharrlich zurück wie die Akkorde dieser bis ins Äußerste stilisierten Inszenierung eines von Brecht inspirierten NDW-Konzerts. Das Fragment als Endlosschleife, die schließlich in einem bizarren Mantra endet: „Explosion im Festspielhaus“.
Wieder und wieder singen Paul Matzke und Christoph Wirth diese drei Worte, während ein Arbeiter die Scheinwerfer abbaut. Auch daskann „Fatzer“ sein: ein Akt der Zersetzung, eine Poesie des Stillstands, die den Keim revolutionärer Aktionen sät.“
nachtkritik.de
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